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| 03. 02. 2015 | U.Pilens: "Lettland soll die richtige Diagnose aufgestellt werden"

Uldis Pilens, Präsident der Holdinggesellschaft UPB, geboren 1956, hat an der Bauhaus - Universität Weimar studiert und das Studium als Diplom-Ingenieur Architekt abgeschlossen. Auf Initiative von U.Pilens wurde das Konzept der Sonderwirtschaftszone Liepaja ausgearbeitet. Für den Beitrag zur Entwicklung der schwedisch-lettischen Kooperation wurde er mit dem höchsten Verdienstorden des Königreichs Schwedens-  dem Nordstern-Orden (Ritter 1. Klasse) – ausgezeichnet.


Die Holdinggesellschaft UPB wurde 1991 als ein Architekturbüro mit ein paar Mitarbeitern gegründet. Zurzeit ist es einer der größten lettischen Industriekonzerne mit mehr als vierzig Unternehmen in neun Ländern. 2014 gehörte er zum Top-100 der wertvollsten lettischen Unternehmen und war das wertvollste Unternehmen im Bereich Bauwesen. 


Sein größter Exportmarkt ist Schweden. Eins von den UPB-Bauwerken in Schweden- die Klinik Skandion in Uppsala- wurde in Schweden für den Preis „Bauwerk des Jahres“ nominiert. Die Holdinggesellschaft ist in Norwegen, Deutschland und in anderen Ländern aktiv tätig, im vorigen Jahr wurde die Arbeit auf den Märkten von Großbritannien und der Schweiz angefangen. Zu den künftigen Plänen der UPB gehören die Länder des Südkaukasus, Südasiens und die Länder von Indochina.


Im Konzern werden 1300 Mitarbeiter beschäftigt. 2014 war das beste Jahr in der Geschichte des Unternehmens, der nicht geprüfte konsolidierte Umsatz betrug 117 Millionen Euro, das heißt, um 9,5% mehr als 2013.

 

 

Uldis Pilens (Uldis Pīlēns)- Präsident der Holdinggesellschaft UPB, Ex-Politiker und zu seiner Zeit ein angesehener Mitglied der Volkspartei, der aus prinzipiellen Gründen aus der Partei ausgetreten ist, unter anderem wegen der Unstimmigkeit mit der Parteilinie. Ein hervorragender Analytiker-  er sagte die Krise 2008 voraus, als sich viele noch über die „fetten“ Jahre gefreut haben. Aus diesem Grund bat ihn die Zeitung „Business-Nachrichten“ (Бизнес-ВЕСТИ), die jetzige komplizierte geopolitische und wirtschaftliche Situation einzuschätzen.

 

 

DAS JAHR WIRD SCHWIERIG SEIN


Wie bewerten Sie die Situation im Lande und die wirtschaftliche Situation im Allgemeinen?


Das vergangene Jahr 2014 war im Großen und Ganzen ziemlich gewöhnlich. Die Situation mit der russisch- ukrainischen Krise und den gegenseitigen Sanktionen zwischen der EU und Russland wird eine weitergehende Wirkung haben, die ganze Tiefe des Konflikts und dessen Folgen haben wir noch nicht erlebt. In diesem Jahr bekommen wir dies mehr zu spüren. Dies kann mit der Situation im Bauwesen während der Krise 2008 verglichen werden- am unangenehmsten war das zweite Jahr der Krise, als die Arbeiten, die früher angefangen wurden, beendet waren und es gab keine neuen Projekte.
Es gibt auch andere Schwierigkeiten- es ist das erste Jahr mit einer neuen politischen Leitung der EU und eine neue Haushaltsperiode. Die lettische Wirtschaft hängt stark von europäischen Mitteln ab, jedoch sieht das Investitions-Verfahren die Verteilung der Mittel, Ausschreibungen, Bauen, Technologien usw., vor.  Dies bedeutet, dass die Arbeiten, bei denen europäische Gelder verwendet werden, erst 2016-2017 begonnen werden und dass dieses Jahr ziemlich leer sein wird. Daraus ergeben sich die innenpolitischen Aufgaben des Landes, welche in diesem Jahr komplizierter sein werden.


Wie bewerten Sie die Handlungen der Regierung vor diesem Hintergrund?


Bei allen letzten Regierungen, einschließlich der Zeit mit dem Ministerpräsidenten Valdis Dombrovskis, hat mir eine allgemeine Vision gefehlt: wohin gehen wir, wie ist die Rolle eines kleinen Landes in der EU, an der Grenze der EU mit der Russischen Föderation und mit Weißrussland. Ich hätte mir eine klare Definition der künftigen Aufgaben gewünscht, Varianten von deren Lösungen, einen scharfen Blick auf die regionale Politik des Landes. Mit der Taktik ist alles mehr oder weniger in Ordnung, jedoch genügt es damit nicht, damit sich das Land vorwärts bewegen könnte.

 

 

INTEGRATION IN DIE EU ALS RETTUNG VON DEN SANKTIONEN


Die gegenseitigen Sanktionen zwischen der EU und Russland beziehen sich auf alle, nicht nur auf diejenigen, welche mit dem östlichen Markt arbeiten. Was meinen Sie, wie wird sich die Situation weiter entwickeln?


Es muss sehr nüchtern ausgewertet werden, in welcher Wirtschaft wir uns befinden. Wir sind ein Land der Europäischen Union, also befinden wir uns in der Wirtschaft der EU. Natürlich, mit den Nachbarn- Russland, Weißrussland und anderen-  sollen auf jeden Fall Handelsbeziehungen entwickelt und nach Möglichkeit gute nachbarschaftliche Beziehungen aufrechterhalten werden. Schon ganz am Anfang des Konflikts habe ich in der Öffentlichkeit gesagt, dass Sanktionen nicht die beste Lösung sind und dass es besser wäre, diese wegzulassen. Jedoch, falls wir ein Teil des politischen Raumes der EU und NATO sind, haben wir damit zu rechnen, dass die Politik über die Wirtschaft prävaliert. Aus dem Grund soll sich unsere Volkswirtschaft an die Situation anpassen, die langfristig von den Sanktionen zwischen der EU und Russland abhängig sein wird. Diese Situation wird Verluste und Gewinne bringen, jedoch befinden wir uns im Prozess, in dem sich die wirtschaftliche Gestaltung der Region umstrukturieren wird.


Wie wird diese aussehen?


Es ist nicht nur ein Nachteil. Verlierer sind in erster Linie die Branchen, deren Export zum Großteil nach Russland gerichtet wird. Dazu gehören die Bereiche Lebensmittel, Industrie- und Konsumgüter. Jedoch werden in unserer Wirtschaft, ebenso wie in der russischen Wirtschaft, gleichzeitig mit den Verlusten auch neue Initiativen entstehen. Möglicherweise schafft diese Situation neue Impulse, welche Lettland erlauben werden, sich schneller in den europäischen Wirtschaftsraum zu integrieren. Als Beispiel kann ich hier unsere Holdinggesellschaft anführen: wir haben mit der Integration in den europäischen Wirtschaftsraum 2005 begonnen, und jetzt sind wir ein fester Bestandteil des skandinavischen Marktes und ein wahrnehmbarer Bestandteil des deutschen Marktes für Nischenprodukte.


Viele Unternehmer- insbesondere in den Bereichen Fischverarbeitung und Bekleidung- erzählen, dass sie sich bemüht haben, die westlichen Märkte zu erobern, jedoch ist dies sehr schwierig.

Da stimme ich zu. Diese zwei Beispiele sind gerade für Liepaja typisch und die zeigen, woran es Lettland fehlt, um die Situation auszugleichen. Zu viele Unternehmen dieser Branchen haben sich in diesen Raum integriert, obwohl es die Möglichkeit gab, sich rechtzeitig umzuorientieren. Der Schlitten soll im Sommer gebaut werden!

Das erste Gesetz der Unternehmertätigkeit lautet- der größte Kunde darf 40% des Umsatzes nicht überschreiten, sonst wird der Unternehmer zum Geisel dieses Kunden. Unternehmertätigkeit ohne Diversifikation von Märkten und Produkten ist nicht zukunftsorientiert. Unser Unglück ist, dass viele zum richtigen Zeitpunkt nicht verstanden haben, in welche Wirtschaft wir uns integrieren sollen. Wir haben versucht, unsere Fertigkeiten und unser Wissen über die Mentalität des östlichen Nachbars als unser Know-how zu verkaufen. Jedoch sollten wir schon längst verstanden haben, dass wir uns im Bereich einer riskanten Unternehmertätigkeit befinden, das heißt, zwischen zwei Systemen. Ja, Russland ist unser Nachbar, und wir benötigen starke Verbindungen in den Bereichen Handel und Kultur, die Hauptmärkte sollten jedoch die westlichen Märkte sein.


 

Vor kurzem erzählten die Vertreter der Milchbranche, dass der Staat ihnen Entschädigungen für die Verluste wegen des Embargos ausgezahlt haben, die EU hätte diese jedoch nur versprochen. Das heißt, die Sanktionen wurden von der EU festgelegt, alle geben zu, dass Lettland zu den Ländern gehört, welche darunter am meisten gelittenen haben, jedoch gibt es keine Hilfe. Wie passt dies denn zu einem vereinten Europa?


Ja, wir befinden uns näher an der russischen Grenze, unsere Wirtschaft ist mit den Nachbarn mehr verbunden, aus dem Grund sind die Verluste höher. Da stimme ich zu. 
Jedoch, falls wir die Risiken der großen europäischen Länder in Betracht ziehen, beispielsweise Deutschland, das in Russland Milliarden investiert hat und diese bei einer aggressiveren russischen Politik verlieren kann, ist die Situation nicht mehr so eindeutig. Kurzfristig gesehen sind die Verluste von Lettland von den Sanktionen höher, jedoch mittelfristig können solche Länder wie Deutschland und Frankreich viel mehr verlieren als wir. Jeder Handel zwischen den politischen Blöcken ist mit Risiken verbunden. Falls wir jetzt die Verhältnisse „Frieden, Freundschaft, Fest“ hätten und falls Russland im Zusammenhang mit seinem neuen Verständnis über die Großmacht keine Ambitionen auf Regel-Änderung im politischen Spiel nicht aufweisen würde, wäre die Situation anders. Jedoch sind wir dort, wo wir sind, mit den uns eigenen Fertigkeiten und mit unserem wirtschaftlichen Potenzial. Demnach ist die Aufgabe unserer Politik- unserer Wirtschaft im Allgemeinen und den Unternehmen im Einzelnen möglichst schnell und effektiv zu helfen, sich in die europäischen Märkte und in die Märkte der Drittländer zu integrieren. Jedoch, falls ein Unternehmer als Basis einen spekulativen Markt gewählt hat und die Geschäfte dort nicht so wie erwartet laufen, sollte man dies nicht dem Staat zur Last legen.

 

 

VOM DEFEKT ZUM EFFEKT


Der Fall des Rubels hat auf die lettische Wirtschaft sogar einen stärkeren Einfluss ausgeübt als die Sanktionen. Dazu kam der Fall des Euro. Könnten Sie den Einfluss der Abwertung dieser Währungen auf die Wirtschaft unseres Landes einschätzen?


Kurzfristig ist der Fall des Euro für diejenigen hilfreich, welche außerhalb des europäischen Marktes exportieren. Die europäische Wirtschaft allgemein, insbesondere jedoch der südliche Teil, wird dank dem Fall der Währung kurzfristig einen Anstieg der Wettbewerbsfähigkeit erleben.  Dies bedeutet, der Falls des Euro spielt gegen die Sanktionen.
Falls sich die Situation im Euroraum etwa auf dem jetzigen Niveau stabilisiert, ist es für unsere Exporteure ein gutes Signal. Jedoch werden bei weiterer Abwertung auch solche entschädigende Momente wie beispielsweise billiger Treibstoff nicht mehr weiterhelfen.


 

Die Schweiz hat die Bindung des Franken an den Euro aufgehoben und er ist um 30% gestiegen, die norwegische Krone hat zum Euro abgewertet- dies wird doch das ganze Europa beeinflussen, oder?


Dies alles sind taktische Kämpfe auf dem Währungsmarkt. Die Schweizerische Nationalbank hat einen gescheiten vorwegnehmenden Schritt gemacht unter Berücksichtigung dessen, wie viel Milliarden Euro die Nationalbank gekauft hat. Kurzfristig war dies eine Handlung, welche der nationalen Wirtschaft Schaden beigebracht hat, jedoch mittel- und langfristig wird es die nationale Wirtschaft stärken. Die norwegische Krone hat aus anderen Gründen abgewertet, diese Währung ist an den Gas- und Erdölpreis gebunden. Im Allgemeinen überleben jedoch die Währungen kleiner Länder schwieriger verschiedene geopolitische Spannungen. Und ich möchte hier noch einmal darauf hinweisen, dass wir im „Zeitraum des Lats“ die Chance verpasst haben, sich auf den Wettbewerb in der Eurozone ernster vorzubereiten.

 

 

ABHÄNGIGKEIT VOM ERDÖL


Wie wird sich der Rückgang der Erdölpreise kurzfristig und langfristig auf die lettische Wirtschaft und die Wirtschaft der Region auswirken? Bleibt die Tendenz erhalten oder beginnt der Erdölpreis wieder zu steigen? Für wen war es vom Vorteil, dass der Preis gefallen ist?


Meiner Meinung nach war dies ein Spiel einiger OPEC-Staaten, in erster Linie Saudi Arabien, denn eine solche Preispolitik hindert die Entwicklung der Gewinnung von Schiefergas in den USA und schiebt den Eintritt der Schiefergas-Ära hinaus. Gleichzeitig gibt es Europa- unter Berücksichtigung der mit dem russischen Gas verbundenen strategischen Risiken-  die Gelegenheit, sich eine effektivere Nutzung der vorhandenen Ressourcen zu überlegen. Meiner Meinung nach wird Europa, abgesehen vom Rückgang der Preise auf Energieträger, die Entwicklung der modernen Technologien für eine effektive Nutzung von Erdöl und Gas fortsetzen, um die Energieabhängigkeit von Russland zu reduzieren.  Übrigens ist dies gerade eine der UPB-Nischen- unsere Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ermöglichen eine effektivere Nutzung von Gas. Wenn wir jetzt auf die Erdölförderländer schauen, hat Venezuela darunter am meisten gelitten. Ich glaube nicht wirklich an die Versionen über den politischen Hintergrund des Preisrückgangs- um Russland in die Knie zu zwingen oder um die russische Wirtschaft zu vernichten. Vom Chaos profitieren weder die Welt noch die Regionen. Meiner Meinung nach wird sich der Erdöl- und Gaspreis auf dem jetzigen oder auf etwas höheren Niveau stabilisieren. Für Russland ist dies eine Möglichkeit, sich eine effektivere Erdölförderung und die Entwicklung weiterer Wirtschaftsbereiche zu überlegen. Übrigens, die Sanktionen bieten den Unternehmen, welche sich mit dem Importersatz beschäftigen, ihre Positionen zu stärken.

 

 

EINE ANDERE EUROPÄISCHE UNION


Vor drei Jahren haben Sie gesagt- „die EU ist keine Partnerschaft gleicher Mitglieder, es sind Gruppen dominierender Länder und Länder, welche sich anpassen sollen. Wir sind ein kleines Land am Rande der EU, wir sollen uns anpassen“. Sind Sie immer noch derselben Meinung?


Ja, dies kann ich bestätigen. Wir befinden uns jetzt in einem Prozess der Bildung einer neuen Struktur der EU, von deutschen, französischen und britischen Politikern werden wichtige bilaterale Einigungen geschlossen. Bald sehen wir, wie sich nach den Wahlen die Politik von Griechenland ändern wird. Auf jeden Fall wird sich die EU an die Politik von Großbritannien anpassen und ändern müssen. Zurzeit ist die Struktur der EU zu massiv und zu aufwendig. David Cameron stößt die EU zu Strukturveränderungen an. Lettland sollte seine Rolle nicht überschätzen. Unsere Ratspräsidentschaft ist nur eine der dekorativen Funktionen der EU. Ich denke, diese etwas theatralischen Elemente werden verschwinden und wir werden eine neue EU haben, mit einer größeren Konzentration auf einen gemeinsamen Markt und eine gemeinsame rechtliche Struktur.


Und mit einer geringeren Selbständigkeit der einzelnen EU-Mitglieder?


Wahrscheinlich. Jedoch mit einer geringeren Bürokratie. Die gemeinsame Politik der EU wird zentralisierter, jedoch werden die regionalen Interessen mehr in Betracht gezogen werden. Dies ist das Konzept, das von Großbritannien angestrebt wird. Auch für Lettland wäre dies gut. Umso mehr, weil unsere Probleme, darunter die Folgen der Sanktionen, ohne Mitgliedschaft in der EU und außerhalb der Eurozone viel größer wären.


Also ist die EU-Ratspräsidentschaft für Lettland nur eine mit Ausgaben verbundene Formalität oder bekommt der Staat davon auch Gewinn?


Es wird auch Gewinne geben. Die EU-Ratspräsidentschaft ist für das Land ein Marketinginstrument, die Erkennbarkeit von Lettland wird weltweit ansteigen.  Darüber hinaus ist dies auch eine Möglichkeit, den Kollegen in der EU zu zeigen, dass sie auf uns Rücksicht nehmen sollen. Daher ist es wichtig, dass unsere Politiker das Beste von  Lettland zeigen- sowohl im intellektuellen als auch im strategischen Bereich.

 

 

DIAGNOSE FÜR DAS LAND


Wie schätzen Sie die Perspektiven der Entwicklung der lettischen Wirtschaft in der jetzigen geopolitischen Situation ein?


Die Branchen, welche mit der russischen Wirtschaft eine enge Verbindung haben,  werden sich mittelfristig in einer wenig beneidenswerten Lage befinden. Ich befürchte, dass für manche Unternehmen Insolvenz unabwendbar sein wird.  Die Textilbranche wird schwierige Zeiten haben. Unternehmen, welche den Markt mit komplizierteren Produkten erobert haben, darunter in den Drittländern, werden den anderen gegenüber im Vorteil sein.


Drohen uns Provokationen von Russland, wovon viele Politiker jetzt reden?

 

Ich würde damit rechnen. Einige Sendungen des russischen Fernsehens lassen uns verstehen, dass sich unser Nachbar auf eine aggressive Rhetorik nicht verzichtet hat. Das ist beunruhigend. Ich denke, vor dem Hintergrund dieser Rhetorik sind verschiedene Provokationen möglich. Wir, die in Lettland leben, unabhängig von der Nationalität, Religion usw. sollten uns nicht von den Polittechnologen einfangen lassen, wir sollen die Stabilität behalten. Außerdem haben wir mit den Russen im alltäglichen und menschlichen Bereich gute Beziehungen.


Wie sehen Sie das positive und das negative Entwicklungs-Szenario der Wirtschaft unseres Landes?

 

Bei einem positiven Szenario können wir uns eine richtige Diagnose aufstellen. Jede Wirtschaft, unabhängig vom Entwicklungsniveau, kann verschiedene Mängel aufweisen.  Meiner Meinung nach kann in unserem Fall als „Medizin“ die Möglichkeit sein, sich schneller in die EU-Wirtschaft zu integrieren, und die Politiker sollen mit ihren Kontakten den Unternehmern dabei helfen. Darüber hinaus soll sich Lettland seine regionale Politik überlegen- die Infrastruktur, Einwohner, staatliche Investitionen, damit wir die schon verschwindenden „Impulszentren“ nicht verlieren. Dadurch werden wir die Wirtschaft, die sozialen Verhältnisse und die Sicherheit verbessern und die Möglichkeit der „politischen Infektion“ von Provokationen reduzieren.
Bei einem negativen Szenario werden wir dies alles nicht schaffen… Die strukturellen Probleme werden anschwellen, die regionale Politik wird erfolglos auf Veränderungen und die Wirtschaft auf Umstrukturierung warten, und weitere Leute werden das Land verlassen.  
Die Politik soll der Gesellschaft signalisieren, dass sie keine Scheinpolitik und nicht auf den Typ der Politiker abgestimmt ist. Die Politiker und Gesetzgeber sollen zur Erkenntnis gelangen, dass ernste Entscheidungen erforderlich sind, welche auf die Festigung der Solidarität zwischen verschiedenen sozialen und nationalen Gruppen gerichtet sind. In einem solchen Fall wird die Gesellschaft an den gesunden Menschenverstand glauben. Bis jetzt sehe ich jedoch keine ernsten Schritte in diese Richtung.

 

Bedeutet dies, dass eher ein negatives Szenario möglich ist?


Nicht unbedingt. Ein jedes negatives Signal kann bei einer richtigen Politik zu einem positiven wechseln. So soll man die Krisen sehen. Sie wehen alles Überflüssige weg, schaffen Anreize für Wachstum und Entwicklung und führen dem System frisches Blut zu.

 

 

Luba Meller

Quelle: Бизнес-вести

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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