home    site map    UPB AS PRÄSENTATION / 2017
   
   wir über uns      struktur      neuigkeiten      produkte / projekte      in der gesellschaft      stellenangebote      fotoarchiv      kontakt  
 
    

LV

EN

RU

DE
 
 
 
NEWSLETTER DER HOLDING ALS PDF
  DIE LETZTE VERSION HERUNTERLADEN
  ARCHIV
  PRODUKTKATALOGE
 
 
NEUIGKEITEN DES UNTERNEHMENS
 
   
 
   
 
   
 
   
  ALLE NEUIGKEITEN
   
 
    Seite drucken      Seite senden  
 
 

  

| 20. 01. 2015 | Das Interview mit Uldis Pīlēns: Der Staat muss wissen, zu welchem Wirtschaftsraum er gehört!

 "Die lettische Wirtschaft hält an der Übergangszeit zwischen postsowjetischer Orientierung und der neuen geopolitischen Zugehörigkeit fest,"

 

sagt der größte Aktionär der UPB-Holding Uldis Pīlēns im Interview mit der DB.  Er wird als pragmatischer Stratege mit der Fähigkeit auf allen Ebenen und Gebieten der weit verzweigten Holding präsent zu sein charakterisiert, seien es Kunst- und Weinkultur oder die neuesten Errungenschaften im Energiewesen. Es scheint, als ob nun der Moment gekommen ist, in dem das Unternehmen wie ein präzises Uhrwerk funktioniert, dessen Gründer allerdings blickt über den Horizont und versucht den Kurs des Landes im geopolitischen Raum zu berechnen.

 

 

Der konsolidierte Umsatz von UPB hat den höchsten Punkt in der Geschichte des Unternehmens erreicht.  Was ist Grundlage des Wachstums?

 

Ich bin darüber sehr froh, besonders weil wir uns im Vergleich mit dem letzten Hochpunkt 2008 hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und unseres Vermögens uns international zu etablieren in einer viel höheren Entwicklungsstufe befinden. Wir haben die Krise in der Baubranche rechtzeitig und intuitiv erkannt und uns auf ausländische Märkte und anspruchsvollere Produkte umorientiert, und dabei ein unserer Meinung nach vernünftiges Verhältnis beibehalten - 60% Auslandsmärkte und 40% Inlandsmarkt. Nun gehören wir zu den lettischen Unternehmen, die dort, wo wir eigentlich alle sein sollten - im Wirtschaftsraum der Europäischen Union und der Nato - sowohl Absatzmärkte gefunden haben als auch die Steigerung der eigenen Kompetenz und Wettbewerbsfähigkeit erreicht haben. Unsere Philosophie beinhaltet eine größtmögliche Integration in den Prozess der internationalen Arbeitsteilung in Europa nicht nur in der Baubranche, sondern auch im Energiewesen, Maschinenbau und bei der Leitung aufwendiger Projekte im Ausland. Gleichzeitig müssen wir uns auf die Erschließung von Drittstaaten wie den östlichen Nachbarländern vorbereiten und versuchen einzuschätzen, was in den nächsten vier oder fünf Jahren in Afrika und China passieren wird.

 

 

Wie ist "internationale Arbeitsteilung" zu verstehen? Wer teilt die Arbeit und wie kann man dort hineinkommen?

 

Natürlich teilt keiner die Arbeit. Wenn wir es allerdings schaffen uns auf einem Markt zu etablieren, wie in unserem Fall in Schweden oder Deutschland, dann werden wir zum festen Bestandteil des Markts. Das heißt, dass die Marktteilnehmer mit uns rechnen, von uns Angebote einholen, uns zur Teilnahme an Ausschreibungen einladen und so weiter.

 

 

Das bedeutet also, dass man einen Ausgangspunkt bzw. festen Boden unter den Füßen hat?

 

Ja. Die Tatsache, dass die Bauprojekte, an den wir mitwirken, immer aufwendiger und größer werden, und die Projekte im Energiebereich immer neuere technologische und effektivere Standards beinhalten, ist ein Signal dafür, dass wir uns erfolgreich in diesem Umfeld integriert haben. Wenn eins oder mehrere Unternehmen das unabhängig schaffen, dann sollte das zur Politik werden, die die allgemeine Integration in Europa begünstigt. Nicht nur im Sinne einzelner Unternehmen der Branche, sondern als eine bewusst geförderte Staatspolitik in allen Industrien, über die wir momentan verfügen: In der Lebensmittelindustrie, Forstwirtschaft, Elektronikindustrie, Bauindustrie und in der Herstellung von Baumaterialien.  Meiner Meinung nach hält die lettische Wirtschaft insgesamt zu sehr an der Übergangszeit zwischen postsowjetischer Orientierung und der Situation der neuen geopolitischen Zugehörigkeit fest. Ohne den unmittelbaren Willen des Staats ein in Europa integriertes Wirtschaftsmodell zu entwickeln, werden es einzelne Unternehmen nicht schnell genug schaffen sich neu zu orientieren und den Gegebenheiten der regionalen Spielregeln anzupassen.

 

 

Welche Art von staatlicher Förderung wäre nötig?

 

Die Unternehmen benötigen keine staatliche Förderung, aber der Staat muss es schaffen eine Politik von weitreichender Integration in die europäische Wirtschaft zu konkretisieren.

 

 

Es geht also um eine Vision, um einen politischen Kurs?

 

Genau. Weder Präsident, noch Ministerpräsident, noch das Parlament als Gesetzgeber, Kommunalverwaltungen und Unternehmer dürfen Signale der Desintegration an den europäischen Raum senden.

 

 

Vielleicht kann man die Situation mit einem Menschen vergleichen, der auf seine zur Sowjetzeit erworbene Ausbildung stolz ist und nichts tut, um sich neue Kenntnisse anzueignen?

 

Ich zitiere einen Klassiker - nur wer sich verändert, wird bestehen. Leider sind wir bei der Veränderung etwas im Rückstand. Wir sitzen immer noch in einem Abschnitt der Selbstdefinition fest und bewegen uns nicht in Richtung einer faktischen stärkeren Integration in die Realwirtschaft. Ein zweiter Punkt, der fehlt und für den es keine umfassend ausgearbeitete Vision gibt: Der Staat denkt nicht in Clustern, fördert nicht die Zusammenarbeit der fortschrittlichen Unternehmen der Branche, um ein Wirtschaftsmodell mit höherem Mehrwert und aufwendigeren Produkten und Dienstleistungen zu schaffen.  Wir sollten nicht vergessen, dass einzelne große Erfolge unseres unternehmerischen Umfelds im internationalen Bereich nur einzelne tolle Lichtblicke, aber kein Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsmodells sind.

 

 

Was sind die Vorteile des europäischen Markts?

 

Er ist wesentlich stabiler. Die Dynamik dieses Markts, dessen Höhen und Tiefen bewegen sich im Rahmen von anderthalb bis zwei Prozent. Deshalb ist es wichtig dort zu sein. Hier ist nicht mit solch gewaltigen Ereignissen zu rechnen, die wir jetzt in Russland sehen, sei es die enorme Schwankungsbreite des Rubels, oder die Umorientierung der Wirtschaft auf einen autoritär beeinflussten Markt. Der europäische Markt ist vergleichsweise sicher, allerdings muss man damit rechnen, dass dieser zusätzliche intellektuelle Anstrengung abverlangt, denn auf diesem Markt lernen wir immer noch dazu. Sowohl die Regeln der psychologischen Spielchen als auch die Feinheiten der Gesetzgebung. Wir lernen, wie jedes Land seinen Markt schützt und wie Länder ausgesprochen genau auf Ruf und Qualität der Investoren achten. Es nicht so einfach, wie wir uns das hier in Lettland vorstellen, es reicht nicht einfach Investitionen anzuwerben, man muss auch über die Qualität der Investitionen nachdenken, über den Ruf privater Investoren, denn genau das bildet die Kontaktgrundlage der zukünftigen Realwirtschaft und einen Raum intellektueller Traditionen. Natürlich sind auch Investoren aus Kasachstan, Russland, Weißrussland und der Ukraine erwünscht, aber entscheidend ist das Verhältnis. Wenn wir Teil dieser, uns intellektuell viel vertrauteren, westlichen Welt sein wollen, muss das klar definiert sein.  Und das sind eben Signale der Integration oder Desintegration.

 

 

Die Fürsprecher der neuen Wirtschaft weisen jedoch auf die übermäßige Abhängigkeit Europas vom Finanzdiktat hin. Kann das die Situation nicht destabilisieren?

 

Die Welt ist generell vom Finanzdiktat abhängig. Die Kapitalflucht aus Russland aus bekannten Gründen ist eine Sache, aber die andere ist ein Raum von wirtschaftlicher und politischer Stabilität.  Warum locken das skandinavische Wirtschaftsmodell, trotz relativ hoher Steuerlast und komplizierten Spielregeln, oder die deutschen und schweizerischen Modelle viel mehr Investoren als ihrerseits Wirtschaftsmodelle anderer europäischer Länder?  Natürlich sind alle von den Visionen, Berechnungen und Launen der Finanzinvestoren abhängig. Damit muss man rechnen. Und das ist quasi auch das, was wir insgesamt vom Staat erwarten. Wir können die Spielregeln nicht ändern, aber wir können der Finanzwelt die Bereitschaft signalisieren, uns entsprechend den Spielregeln, die momentan weltweit auf der Tagesordnung stehen, anzupassen, und dabei gleichzeitig die Würde des Landes wahren.  

 

 

Das Thema der Abwanderung von Arbeitskräften ist in Lettland immer noch ein schmerzhaftes Thema. Ist es möglich sie zu stoppen?

 

Es ist unbedingt erforderlich, dass Politiker viel rascher und eingehender mit den Staatschefs der Länder reden, in die unsere Arbeitskräfte abwandern. Ich würde sehr gerne sehen, wie der Präsident und die Ministerpräsidentin mit David Cameron, Angela Merkel und anderen Machern der europäischen Politik darüber reden. Denn Deutschland möchte jedes Jahr bis zu einer Million Zuwanderer integrieren, und am besten integrieren sich natürlich Zuwanderer aus den baltischen Staaten und Polen.  Seriöse Studien in Deutschland haben das belegt. Wenn nicht rechtzeitig mit den Staatschefs dieser Länder über eine kontrollierte Migrations-, Bildungs- und Investitionspolitik gesprochen wird, dann könnten wir uns bald in einer sehr unangenehmen Situation befinden, in der wir die Abwanderung von Arbeitskräften nicht mehr kontrollieren können. Wir kennen die Länder, in die unsere Leute abwandern und für das gesamte Konstrukt unserer Wirtschaft ist das ist eine große Herausforderung für die nahe Zukunft, allerdings kann ich das nicht unter den wirtschaftlichen Prioritäten sehen. Das ist ein sehr ernstes Diskussionsthema, aber ich sehe nicht einmal die Bereitschaft in der Politik darüber zu diskutieren! Wenn wir die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus unserer Realwirtschaft zulassen, dann stufen wir diese auf einen niedrigeren Entwicklungsstand herab, was uns wiederum die Türen zu einer intensiveren und gleichwertigeren Integration in Europa verschließt. Wir bleiben in der sogenannten grauen Zone, was für uns letztendlich auch eine Sicherheitsfrage ist. Der Verbleib von qualifizierten Arbeitskräften im gesamten Staatsgebiet, darunter auch in den ländlichen Regionen, ist für die Existenz des Landes extrem wichtig.

 

 

Kommen wir auf UPB zurück. Bereits seit mehreren Jahren behalten Sie ein Verhältnis zwischen Export und Inlandsmarkt von 60:40 bei. Wenn der Export gewinnbringender ist, warum an einem so großen Anteil auf dem Inlandsmarkt festhalten?

 

Wir sind ein lettisches Unternehmen und der absolut größte Teil unserer Mitarbeiter sind lettische Staatsbürger, die hier leben.  Wir erkennen unsere soziale Verantwortung. Längere Zeit von Heim und Familie getrennt sein, die meiste Zeit an Flughäfen verbringen, nur eine skandinavische Baustelle zu sehen bekommen oder ständig über deutsche Autobahnen reisen zu müssen - das alles bedeutet für einen Menschen doch zusätzliche psychologische Belastung und Stress. Deshalb dieses Verhältnis. Den möglichst größten Teil des Exports hier in Lettland herstellen - das ist unsere Philosophie, unser Konzept und auch unser Zeichen der Zugehörigkeit. Bei uns gibt es 300 Arbeitskräfte, die im Ausland nach einem Rotationsprinzip arbeiten, was insgesamt tausend Mitarbeitern innerhalb der Holding einen Arbeitsplatz garantiert.

 

 

Auf dem Inlandsmarkt wird häufig das Problem des niedrigsten Preises bei Ausschreibungen erwähnt. Was ist bei Ausschreibungen im Ausland das Entscheidende?

 

Ich möchte nicht behaupten, dass es das Prinzip des niedrigsten Preises  in landesweiten und kommunalen Ausschreibungen anderswo nicht gibt. Allerdings gibt es viel detailliertere technische Spezifikationen, es werden nicht Äpfel mit Birnen verglichen, denn auf Seiten des Auftraggebers sind viele sehr kompetente Experten involviert, die auch Ruf und Qualifikation der Prätendenten prüfen. Deshalb ist nicht das Prinzip des niedrigsten Preises Schuld, sondern es ist oft eine Frage der Kompetenz des Auftraggebers und der Qualität der Dokumentation. 

 

 

Sind Sie auf Auslandsmärkten nur Subunternehmer oder auch Generalunternehmer?

 

Wir arbeiten aus mehreren Gründen nur als Subunternehmer. Der erste ist der, dass unsere Kunden meistens Generalunternehmer sind.  Der zweite - der Generalunternehmer trägt eine wesentlich größere Verantwortung für die Zeitplanung des Projekts. Das impliziert eine stärkere Einbindung von Dienstleistungsunternehmen auf diesen Märkten.  Obwohl UPB in Lettland als ein relativ großes Unternehmen gilt, ist es in Europa immer noch mittelgroß.  Dieser nächste viel weitere Schritt auf dem Markt ist möglich, aber man muss durch das Erreichen einer viel größeren Präsenz auf diesen Märkten zehn oder fünfzehn Jahre darauf hinarbeiten. Momentan gehört das aber nicht zur Unternehmensphilosophie und steht nicht auf der Tagesordnung strategischer Fragen. Es ist wichtiger mit solch einem Konzept auf Drittmärkten präsent zu sein. Mit unseren Ingenieuren, Erzeugnissen und auch mit unserer Projektleitungsgruppe, die ihre Kompetenzen in der Schweiz und in Deutschland erworben hat, und diese Erfahrung hilft uns dabei, uns auf Märkte außerhalb der Europäischen Union umzuorientieren. 

 

 

Können Sie uns verraten, welche Märkte finanziell gewinnbringender sind und auf welchen Sie aus anderen Gründen vertreten sind?

 

Das ist genauso wie in der Natur. Am Anfang gibt es den Samen, dann die Pflanze und dann die Blüte. Wir bewerten jeden Markt nach dem Entwicklungsstand.   Schweden könnten wir bereits als unseren Heimatmarkt bezeichnen, den in punkto Mentalität sind wir dort als Bestandteil des Markts angenommen. Niemand versucht die Produktionskapazität zu erhöhen, um uns aus dem Markt zu verdrängen. Weiterhin gibt es Märkte, auf denen wir uns in der Erschließungsphase befinden, Großbritannien zum Beispiel, wo wir im ersten Jahr mit UPB Ltd. vertreten sind. Die Anfangsphase unterscheidet sich sehr von den Märkten, auf denen wir uns etabliert fühlen. Während wir in Schweden schon über den Kauf einer Produktionsstätte nachdenken, die uns eine Expansion ermöglichen würde, sichern wir uns in Großbritannien gerade erst die ersten Referenzobjekte, um unsere Kompetenz zu beweisen.

 

 

Die Erschließung der Märkte wird sicherlich aus anderen Bereichen finanziert?

 

Jede Markterschließung ist eine Investition, genauso wie eine Investition in Technologien, Ausbildung von Mitarbeitern und neue Produkte. Dazu gehört die Teilnahme an Messen, Kommunikation mit potentiellen Kunden oder die Registrierung des Unternehmens. Es sind nicht direkt Einnahmen zu erwarten, und Gewinn schon gar nicht. Damit muss man rechnen. Der Zeitraum für die Erschließung und Etablierung auf einem Markt beträgt etwa fünf Jahre, bis man bewerten kann, ob sie gelungen sind oder nicht. Das ist aber gar nicht so kompliziert, jedes Unternehmen muss ununterbrochen in Entwicklung, Marktforschung, Marketing und Ausbildung von Personal investieren.

 

 

Wer sind die großen Fische, auf die sich die verzweigte Holdingstruktur stützt?

 

Nach der Umstrukturierung der Vorstände verschiedener Unternehmen der Holding sehen wir, dass verstärkt Finanzmanager in den Vorständen vertreten sind. Das bedeutet im Prinzip, dass Finanzmanagement und Disziplin von entscheidender Bedeutung sind. Besonders auf Auslandsmärkten, wo mit Währungsschwankungen zu rechnen ist. Außerdem verstärkt das die Anwesenheit von Mitarbeitern aus der Projektleitung in den Vorständen. Das bedeutet, dass sie Experten sind und den Markt hinsichtlich Mentalität und Kommunikation kennen. Das ist die strategische Leitung der Branche, die die Politik der Holding entwickelt. Sie muss fähig sein, die Holding sowohl auf den vorhandenen Märkten zu führen als auch neue zu erschließen.

 

 

UPB ist mit viel Ehrgeiz in das Energiewesen eingestiegen. Wie ist die Situation momentan?

 

Ein interessantes Thema. Wir haben uns etabliert, obwohl im Bereich der erneuerbaren Energien sowohl in Lettland als auch im Ausland viele Veränderungen stattfinden. KWK-Kraftwerke haben sich als Übertragungstechnologie praktisch etabliert. Das bedeutet effektivere Gasverbrennung und effektivere Produktion von Wärme, Kälte und Strom. Unsere kleinen und mittelgroßen KWK-Kraftwerke haben unserer Meinung nach Zukunft. Europa kann nicht ohne russisches oder anderes Gas auskommen, aber man kann es effektiver nutzen. In diese Richtung arbeiten wir nämlich. Wir haben in Kroatien Experimente mit geothermalem Wassergas durchgeführt, das bei Verbrennung Wärme und Strom erzeugt. Wir haben mit wissenschaftlich-technischen Instituten aus Russland, Finnen und Briten eine gemeinsame Untersuchung zu Technologien für die Nutzung von Holzgas durchgeführt. Wir haben unsere KWK-Kraftwerke in Slowenien, Großbritannien und Schweden eingeführt. Wir haben an großen Schlüsselprojekten in Lettland und, in Zusammenarbeit mit unserem Schweizer Unternehmen, in Italien in einer Mozzarella-Fabrik in Tirol teilgenommen. Das Streben der Welt und Europas nach größerer Effektivität mit Hilfe der Verwendung mobiler Technologien ist eine Nische, in der wir arbeiten und eine Perspektive sehen. Die lettische Energiegesetzgebung hat jedoch den Inlandsmarkt gebremst. Unsere Hauptmärkte befinden sich allerdings im Ausland, deshalb können wir uns vom in der Gesetzgebung nicht gerade weitsichtig ausgelegten Modell für die Gewichtung erneuerbarer und traditioneller Energie distanzieren. Die Verlierer sind die, die sich rein spekulativ an diesem Markt beteiligt haben.  Und das ist nicht schlecht, wenn der Markt sich von Spekulanten befreit, denn das erlaubt es verantwortungsvolleren Marktteilnehmern diese Lücke zu füllen.

 

 

Wie schätzen sie dieses Jahr die Situation in der Baubranche auf dem Inlandsmarkt ein?

 

Wir müssen mit dem Faktor der EU-Gelder in der lettischen Wirtschaft rechnen. Die Erfahrung zeigt, dass das erste Jahr in der Planungsperiode der EU-Programme Anlauf- bzw. Vorbereitungszeit ist, was quasi ein verlorenes Jahr bedeutet. Das heißt, dass die Beteiligten aus der Bauindustrie versuchen mit viel niedrigeren Preisen ihre Auftragslage zu verbessern. In anderen Ländern ist der Einfluss der EU-Fonds nicht so groß, dort spürt man diese zyklischen Schwankungen weniger. Für uns bedeutet das, dass wir über die Auslandsmärkte und Aufträge versuchen müssen, den Rückgang auf dem Inlandsmarkt auszugleichen. 2016 und 2017 sind dann wieder Jahre der Kapazitätserhöhung, und dann werden wir natürlich da sein. Dann können wir auch den nächsten Entwicklungszyklus auf den Auslandsmärkten etwas anders planen.

 

 

Das erinnert an einen schwierigen Tanz - die richtigen Schritte in die richtige Richtung machen.

 

Business ist ja auch wie Tango, sowohl die Schritte, als auch der richtige Partner, den man finden muss, um einen so schwierigen Tanz gelungen vorzuführen.

 

V.Lēvalde

Quelle: Dienas Bizness

 
 
 
 
         Zurück
 
 
 
       UPB © 2007 Copyrights | Kontakt
Site design and programming by | CIMO |