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| 13. 01. 2015 | Die Meister des Glases

Als das Architekturbüro von Uldis Pīlēns vor 20 Jahren den ersten Vertrag für die Herstellung von Kunststofffenstern abschloss, gab es noch nicht mal eine Werkstatt. Mittlerweile arbeitet die zum UPB Konzern gehörende Aile-Gruppe im Exportbereich, entwickelt neue technologische Lösungen und hat die simple Herstellung von Kunststofffenstern hinter sich gelassen.


"Damals waren Kunststofffenster ein modernes und gefragtes Produkt", erinnert sich der Vorstandsvorsitzende der Aile-Gruppe Dainis Bērziņš an das Jahr 1994. Die ersten Fenster wurden in den Räumlichkeiten des Kriegskommissariats Liepāja gebaut, die Materialien lagerten in der Garage nebenan. Nun befindet sich an dieser Stelle das Bürogebäude von UPB nams. Als später die Zahl der Aufträge stieg, zog die Glaserei nach Grobiņa um.


Nach 20 vergangenen Jahren beschäftigt sich die Aile-Gruppe nun hauptsächlich mit großen und komplizierten Glasfassaden und stellt in den drei Produktionsstätten in Liepāja Isolierverglasung, Aluminiumglasfassaden und Glaskonstruktionen mit Holz und Aluminium her.  Der größte Teil der Produktion der Aile-Gruppe, etwa 80%, wird exportiert.  "Den Export organisieren wir in Zusammenarbeit mit unserem Mutterunternehmen UPB und dessen Zweigstellen im Ausland.  Die Aile-Gruppe ist für die Planung und Herstellung der Konstruktionen zuständig und UPB führt im Ausland dann die Montage durch", erläutert Dainis Bērziņš.


Kunststofffenster sind mittlerweile allerdings Geschichte, und im letzten Jahr ist die Produktion gestoppt worden.

 


Chancen nach dem Boom


"Jedes Produkt hat einen Lebenszyklus", erklärt Bērziņš. Für einige sind es Jahrhunderte, für andere Jahrzehnte und für manche, wie heutzutage beispielsweise bei Elektronik, einige Monate. "Für den Hersteller ist eine ununterbrochene Produktionskette das Entscheidende. Es sollten immer Produkte in jedem einzelnen Abschnitt ihres Lebenszyklus vorhanden sein", erörtert der Unternehmensleiter, denn während ein Produkt Gewinn bringt, muss das Unternehmen in andere investieren. Abgesehen davon muss nicht nur in die Erzeugnisse investiert werden, die in der Produktion neu eingeführt werden, sondern auch in die, dessen Lebenszyklen sich ihrem Ende zuneigen.


Unentwegt neue Produkte und Möglichkeiten suchen - das ist der Leitgedanke des UPB Konzerns. Demnach ist die Umorientierung von Kunststofffenstern, die Mitte des vergangenen Jahrzehnts besonders gefragt waren, auf Glaskonstruktionen, die einen wesentlich höheren Mehrwert haben, absolut konsequent. Fenster sind für eine langfristige Benutzung vorgesehen, deshalb brach nach dem Ende des Baubooms auch die hohe Nachfrage nach Kunststofffenster ein. Obwohl die Kommunalverwaltungen während der Krise die Sanierung ihrer Gebäude fortsetzten, konnte der vorherige Absatz nicht erreicht werden. Noch vor dem Produktionsstopp schloss die Aile-Gruppe 2008 in Lettland ihr Einzelhandelsnetz für Kunststofffenster. Genau zu dieser Zeit begann Dainis Bērziņš bei UPB zu arbeiten, der aus Kuldīga stammt und an der Hochschule Ventspils, wo er Finanzen und Wirtschaft studiert hat, einen Masterstudiengang abschloss. Im Anschluss arbeitete er eine Weile beim Unternehmen Ventspils reiss und später vier Jahre bei den Wirtschaftsprüfern von Ernst&Young. Diese sehr wertvolle Erfahrung ebnete ihm 2007 den Weg zum UPB Finanzdirektor und etwas später auch zum Vorstandsvorsitzenden der Aile-Gruppe. Dieses und besonders die darauf folgenden Jahre zählten für das Unternehmen nicht gerade zu den leichtesten.


2008 wurde Aile de jure zur Unternehmensgruppe und zog endgültig von Grobiņa in den neuen UPB-Industriepark in Liepāja um, wo die gesamte Produktion gebündelt wurde. Damit wurden die Werkstätten für Glaskonstruktionen und Fenster in Rīga und Daugavpils geschlossen.


Bērziņš erinnert sich heute an diese schwere und problematische Entscheidung, nach der Angestellte ohne Job dastanden. Wären die Werkstätten nicht geschlossen worden, hätte dies allerdings die Zukunft des gesamten Konzerns gefährdet.


"Damals haben wir eine strategisch richtige und signifikante Entscheidung getroffen - Produkte mit hohem Mehrwert herzustellen, zu investieren und neue Exportmärkte zu erschließen", erläutert er nun, da das Unternehmen in punkto Produktionsvolumen bereits das vor der Finanzkrise erreichte Niveau überschritten hat. In Lettland war der Bausektor während der Finanzkrise praktisch paralysiert, deshalb gab es auch keine Nachfrage nach Fenstern oder Glaskonstruktionen. Zur gleichen Zeit wurden in Deutschland enorme Mittel in verschiedene Infrastrukturprogramme für Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Gebäude investiert.


Die Unternehmen für die bauliche Umsetzung wurden über öffentliche Ausschreibungen ausgesucht. "Zu diesem Zeitpunkt arbeitete dort bereits erfolgreich die UPB Energy-Gruppe, die sich mit Herstellung und Errichtung von KWK-Kraftwerken beschäftigt", erklärt Bērziņš. "Dadurch hatten wir den Vorteil, dass wir die Möglichkeiten dieser Synergien nutzen konnten, mit anderen Worten -  der Vertrieb eines Produkts mit Hilfe der Erfahrung eines anderen Unternehmens." Eben diese Erfahrung der UPB Energy-Gruppe half, den deutschen Bausektor und seine Traditionen, Ansprüche und Möglichkeiten, die sich stark vom bereits erschlossenen skandinavischen Markt unterschieden, nachzuvollziehen. "In Schweden wäre es praktisch unmöglich einen Gebäudeteil, wie zum Beispiel in unserem Fall eine Glasfassade, gesondert zu bauen, denn dort bestimmt alles der Generalunternehmer.   Wenn man in Deutschland eine Ausschreibung gewinnt, ist das möglich", erläutert der Vorstandsvorsitzende.  


Gleichzeitig wurden die von der Aile-Gruppe entwickelten Glaskonstruktionen im Zuge dieser Projekte  immer komplizierter. Kunststofffenster sind trotz Vielfalt, verschiedener Größen, Formen und Verwendungszwecken ein Standardprodukt, wohingegen bei Aluminiumfassaden eine unendliche Zahl an Variationen möglich ist.


Zu Beginn wurde zwar mit vergleichsweise einfachen Konstruktionen bzw. Standardsystemen gearbeitet, aber mit der Zeit kam man durch Kombination, Austausch und Verbesserung von Systemen zu immer komplizierteren Lösungen.  In letzter Zeit werden in Zusammenarbeit mit Ingenieuren des Forschungszentrums deutscher Aluminiumhersteller neue Konstruktionen entwickelt, die speziell für Projekte der Aile-Gruppe hergestellt werden.


"Die Exportmärkte sind keine Goldgruben", versichert Bērziņš, "um diese zu erschließen, müssen wir eine Lösung mit hohem ingenieurtechnischem Mehrwert bieten.  Falls dem nicht so ist, dann bleibt bei Standardlösungen nichts anderes übrig, als nur seine Arbeitskraft anzubieten."

 


Marktführer bei Technologien


Die Arbeit von Aile ist in fast allen großen lettischen Städten zu sehen. In Rīga ist es das Bürogebäude von LMT und der Büro- und Lagerkomplex Baltais vējš. In Jūrmala hat Aile am Līvu akvaparks mitgewirkt, in Ventspils an der Bibliothek Pārventa, in Jelgava am Olympischen Zentrum Zemgale, in  Cēsis am Konzertsaal Vidzeme und in Liepāja am Lifestyle-Outlet BigFish.


Dies ist allerdings bereits Vergangenheit. Obwohl in letzter Zeit Glasfassaden in Lettland immer beliebter werden und sich vor allem, so glaubt Bērziņš, die Qualität der Ausführung  stark verbessert hat, wird der größte Teil der Produktion der Aile-Gruppe außerhalb von Lettland realisiert. Das erste Land war Island, wo in Reykjavík 2004 an der Sport- und Ausstellungshalle Laugardal Aluminiumglasfassaden gebaut wurden. Nach zwei Jahren folgten weitere Vorhaben in Reykjavík und das erste Projekt in Schweden, worauf später Norwegen, Dänemark, Deutschland, die Schweiz und seit dem letzten Jahr auch Großbritannien, wo ein neues Unternehmen gegründet wurde, folgten.  Vereinzelt wurden auch Projekte in Russland, Griechenland und Frankreich realisiert.


Trotz allem ist die Erschließung eines fremden Markts aufgrund der Unterschiede bei Gesetzgebung, Bautraditionen verschiedener Länder und anderen Gesichtspunkten mit einem Risiko verbunden, so meint der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. Lediglich durch Erfahrung kann man dieses Risiko verringern oder es zumindest erkennen. Erfahrung hat sich im Laufe dieser Jahre ausreichend angesammelt, aber trotzdem meidet Aile es, auf unbekannten Märkten direkt große und übermäßig komplizierte Aufträge anzunehmen, obwohl das Unternehmen die Kapazitäten dafür hätte.

 
"Ich weiß nicht, ob wir Branchenführer sind", sagt Dainis Bērziņš, "aber ich denke, dass wir möglicherweise unter den führenden Unternehmen für technologische Lösungen und bezüglich der Komplexität der Produktion sind, denn ein so großes Ingenieursteam wie bei uns gibt es in keinem anderen Unternehmen."


Für die Kapazität hinsichtlich Technologien spricht die Tatsache, dass von 190 Mitarbeitern im Unternehmen fast jeder zehnte (18 Mitarbeiter) Ingenieur ist. Außerdem beschäftigen sich100 Mitarbeiter mit der Montage von Konstruktionen. Der Unternehmensleiter erwähnt mehrere Faktoren, bei denen sich Glaskonstruktionen und dessen Montage von der Arbeit mit anderen Baumaterialien unterscheiden. Erstens: Präzision. Wenn zum Beispiel an einer Gebäudeecke runde Isolierverglasung verwendet wird, dann muss der Radius bei jedem Teil identisch sein, sonst kann sie nicht montiert werden.  "Wenn ich den Mitarbeitern, die Beton verarbeiten sage, dass unsere Abweichung nicht mehr als zwei Millimeter sein darf, dann verstehen die mich meist nicht, denn bei Beton beträgt die Toleranz mehrere Zentimeter",  scherzt Bērziņš. Ferner gibt es verschiedene Technologien, die die Hersteller verwenden, um die Überhitzung der Isolierverglasung verhindern, denn bei direkter Sonneneinstrahlung kann die Temperatur zwischen den Glasscheiben in den oberen Geschossen eines Gebäudes 80 Grad überschreiten. Außerdem muss man damit rechnen, dass das Gebäude sich setzt, und falls das nicht rechtzeitig mit eingeplant wird, zerplatzen die Gläser einfach.


Mittlerweile beginnen die Hersteller von Isolierverglasung allerdings auch dieselben Methoden zu nutzen, die bei Betonsteinen angewandt werden. Im letzten Jahr wurde der Bau eine Einkaufszentrums in Oslo abgeschlossen, dessen Glasfläche insgesamt mehr als 10 000 Quadratmeter beträgt. Für dieses Projekt wurden in Liepāja komplett vorgefertigte Glasfassadenelemente  hergestellt, die danach in Oslo einfach zusammengeschraubt wurden. Die Tatsache, dass diese Lösungen, für die die Hersteller eigens hergestellte Sonderprofile lieferten, speziell von Aile für dieses und ähnliche Projekte entwickelt worden, macht diese Technologie einmalig.


Nun aber zurück zur These, dass jedes Produkt einen Lebenszyklus hat. Es stellt sich die logische Frage - in welchem Lebensabschnitt befindet sich momentan Glas als Baumaterial, das immer häufiger in Gebäudefassaden verwendet wird? "Glasfassaden haben Zukunft und man wird sie in absehbarer Zeit nicht ersetzen können“, glaubt Dainis Bērziņš. Im Zuge der technologischen Entwicklungen werden sich sowohl das Glas selbst, als auch die Möglichkeiten der Anwendung beim Bauen mit Sicherheit verändern. Glassysteme werden immer wärmedämmender und haltbarer werden und völlig neue Eigenschaften gewinnen.


Bereits jetzt gibt es auf Licht reagierendes Glas, das opak wird und im Raum das Licht einschaltet, wenn es draußen dunkel wird. Bereits jetzt gibt es die Möglichkeit anstelle von Aluminiumkonstruktionen, die den Architekten nicht immer gefallen, Verbundmaterialien zu verwenden. Oder einfach in der tragenden Konstruktion Aluminium und andere Materialien durch tragende Glaselemente ersetzen und den Effekt einer reinen Glaswand erwirken.  Dies wird bereits in Erdgeschossen vieler Gebäude angewandt, deshalb ist die Zukunft solcher durchgehenden Glaswände nicht mehr eine technologische Frage, sondern eine Geldfrage.

 


3 Geschäftsprinzipien:


1. Orientierung zu Produkten und Dienstleistungen mit hohem Mehrwert.
2. Stetig neue Ideen, Produkte und Synergien suchen.
3. Daran denken, dass man es immer besser machen kann.

 

Aivars Kļavis

Quelle: Magazin IR

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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